Der Notfall Netzhautablösung

Ablösung der Netzhaut (lat. ablatio retinae)
Ablösung der Netzhaut (lat. ablatio retinae)

Die Netzhautablösung ist eine, das Augenlicht gefährdende Erkrankung. Bei dieser Erkrankung trennt sich die lichtsensible Netzhaut von den darunterliegenden Strukturen wie Pigmentepithel und Aderhaut. Da die Versorgung der Sinneszellen in dieser Situation nicht mehr sicher gestellt ist, muss diese Situation schnellstmöglich – meist durch eine Operation – wieder korrigiert werden.

Der Auslöser für die Netzhautablösung ist unterschiedlich. Es lassen sich aber grundsätzlich drei verschiedene Mechanismen unterscheiden:

  • rhegmatogene ablatio = augelöst durch einen Netzhautriß
  • die traktive = ausgelöst durch Zug auf die sensorische Netzhaut
  • die exsudative ablatio retinae = Flüssigkeit trennt die Netzhautschicht

Rhegmatogene Ablatio

Die rhegmatogene ablatio ist meist die Folge eines Netzhautloches (foramen). Ein Netzhautloch entsteht entweder spontan bei kurzsichtigen Augen oder als Folge einer Glaskörperabhebung. Die Patienten bemerken dabei häufig ein Blitzen und Verschwommensehen („Spinnennetz“).

Traktionsablatio

Die Traktionsablatio (Netzhautablösung durch Zug an der Netzhaut) entsteht meist durch den Zug des Glaskörpers an der Netzhaut, vornehmlich bei fortgeschrittener diabetischer Netzhautschädigung. Aber auch bei der Frühgeborenen-Retinopathie können Netzhautablösungen auftreten. Daher sind regelmäßige Netzhautkontrollen bei Frühgeborenen sehr wichtig.

exusudative Ablatio/Netzhautablösung

Die exsudative Netzhautablösung ereignet sich relativ selten und wird durch Flüssigkeitsaustritt aus der Aderhaut unter die Netzhaut verursacht.

Wichtig … auf die Symptome achten!

Die Symptomatik für Patienten nach Ablösung der Netzhaut ist sehr charakteristisch. Die Patienten klagen über „Schatten“ von unten, oben oder von der Seite. Dabei ist zu berücksichtigen, daß die Schattenbilder seitenverkehrt zu betrachten sind. Ein Schatten von unten bedeutet eine Ablösung der Netzhaut im oberen Teil der Netzhaut und umgekehrt.

Therapie

Die Therapie der ablatio retinae erfolgt operativ. Kleine umschriebene Ablösungen können mit dem Laser abgeriegelt und gesichert werden. Größere Netzhautablösungen müssen operativ angegangen werden. Dabei wird häufig Gas oder Luft in den Glaskörper eingeflößt. In ganz schwierigen Fällen muß Silikonöl eingegeben werden. Man spricht von einer Silikonöl-Tamponade da das Silikonöl schwerer als Wasser ist und damit die Netzhaut gegen die Aderhaut „drückt“. Dieses Silikonöl wird meist ein Jahr später wieder entfernt.

Prognose

Hat die Netzhautablösung das Sehzentrum noch nicht erreicht und kann rechtzeitig operiert werden, dann wird die Sehfähigkeit postoperativ wieder gut werden. Handelt es sich hingegen um eine totale ablatio oder hat die Ablösung der Netzhaut das Sehzentrum miteinbezogen, dann muss mit einer bleibenden Sehminderung gerechnet werden.
Ihr behandelnder Augenarzt wird in solchen Fällen die Therapiemöglichkeiten und die Prognose mit Ihnen besprechen und Sie an das bestmögliche Klinikum überweisen.